Anya Taylor-Joy zählt zu den außergewöhnlichsten Talenten ihrer Generation. Die am 16. April 1996 in Miami, Florida, geborene Schauspielerin hat sich in den vergangenen Jahren mit einer Reihe beeindruckender Rollen einen festen Platz in der ersten Reihe Hollywoods gesichert. Doch ihr Weg an die Spitze war alles andere als gewöhnlich.
Frühe Jahre und Kindheit
Anya Josephine Marie Taylor-Joy kam als jüngstes von sechs Kindern einer britisch-argentinischen Familie zur Welt. Ihr Vater, ein international tätiger Bankmanager, und ihre Mutter, eine Krankenschwester, zogen die Familie kurz nach Anyas Geburt nach Buenos Aires, Argentinien. Die ersten sechs Lebensjahre verbrachte Anya in der pulsierenden Hauptstadt, wo sie fließend Spanisch lernte. Als die Familie nach London umzog, stand die Sechsjährige vor einer großen Herausforderung: Sie sprach kein Wort Englisch. In der Schule wurde sie deswegen oft gehänselt und hatte Mühe, sich einzufügen. Halt fand sie im Ballett, das sie mit Begeisterung ausübte. Doch ihr heimlicher Traum war die Schauspielerei.
Entdeckung als Model
Mit 16 Jahren wurde Anya Taylor-Joy im Londoner Luxuskaufhaus Harrods von einer Modelagentin angesprochen. Zunächst hielt sie die Frau für eine Stalkerin und rannte weg – ein Glück, dass die Agentin hartnäckig blieb. Noch am selben Tag unterschrieb Anya einen Modelvertrag. Sie arbeitete für namhafte Marken und gewann erste Erfahrungen vor der Kamera. Der Wunsch, Schauspielerin zu werden, wurde jedoch immer stärker. Sie sparte ihr Geld, brach die Schule ab und zog mit 17 Jahren nach New York, um dort ihr Glück zu suchen. Ein Schauspielagent nahm sie unter Vertrag und verschaffte ihr erste kleine Rollen.
Der Durchbruch mit "The Witch"
Der große Durchbruch gelang Anya Taylor-Joy 2015 mit dem Arthouse-Horrorfilm "The Witch" von Regisseur Robert Eggers. In der Rolle der frommen Tochter Thomasin, die im Neuengland des 17. Jahrhunderts mit einer Familie voller Aberglaube und Paranoia konfrontiert wird, zeigte sie eine beeindruckende Leinwandpräsenz. Der Film wurde bei den Sundance Film Festivals gefeiert und katapultierte Anya ins Rampenlicht. Kritiker lobten ihre nuancierte Darstellung, und sie wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter der Gotham Award als beste Nachwuchsdarstellerin.
Aufstieg mit Split, Glass und Peaky Blinders
Nach dem Erfolg von "The Witch" arbeitete Anya mit dem renommierten Regisseur M. Night Shyamalan zusammen. In "Split" (2016) spielte sie die gefangene Casey Cooke, die sich im Bann einer Persönlichkeitsspaltung befindet. Der Film wurde ein Kassenschlager und festigte ihren Status als vielversprechende junge Schauspielerin. 2019 folgte die Fortsetzung "Glass", in der sie erneut an der Seite von James McAvoy und Bruce Willis zu sehen war. Im selben Jahr übernahm sie eine Rolle in der erfolgreichen BBC-Serie "Peaky Blinders – Gangs of Birmingham", wo sie als Gina Gray eine glamouröse und manipulative Amerikanerin spielte. Diese Rolle erweiterte ihr Spektrum und brachte ihr weitere Anerkennung.
Weltweiter Ruhm: "Das Damengambit"
Der absolute Karrierehöhepunkt kam 2020 mit der Netflix-Miniserie "Das Damengambit" ("The Queen's Gambit"). Anya Taylor-Joy spielte die Waisenkind Beth Harmon, die ein Wunderkind im Schach ist, aber mit Medikamenten- und Alkoholsucht kämpft. Die Serie wurde ein globaler Phänomen und traf den Nerv der Zeit. Anya gewann für ihre Darstellung zahlreiche Preise, darunter einen Golden Globe, einen Critics' Choice Award und einen MTV Movie & TV Award. "Das Damengambit" machte sie endgültig zum Superstar und zu einem der gefragtesten Gesichter Hollywoods.
Weitere Filmprojekte und Diversifizierung
Parallel zu "Das Damengambit" war Anya 2020 in der Jane-Austen-Verfilmung "Emma" als Titelheldin zu sehen. Sie begeisterte mit ihrem komödiantischen Timing und ihrer Eleganz. Ebenfalls 2020 feierte sie ihr Debüt im Marvel-Universum mit "The New Mutants", wo sie die mutierte Illyana Rasputin/Magik verkörperte. Es folgten der Horror-Thriller "Last Night in Soho" (2021) unter der Regie von Edgar Wright, in dem sie eine mysteriöse Sängerin aus den 1960er Jahren spielte, und der Wikinger-Epos "The Northman" (2022) von Robert Eggers, in dem sie an der Seite von Alexander Skarsgård als Prinzessin Olga auftrat. 2022 war sie außerdem in "The Menu" zu sehen, einer schwarzen Satire, die auf einem abgelegenen Gourmet-Restaurant spielt. Anya überzeugte als clevere und mutige Margot Mills.
Jüngste Erfolge und Ausblick
2024 spielte Anya Taylor-Joy die Hauptrolle in "Furiosa: A Mad Max Saga", einem Prequel zu "Mad Max: Fury Road". Der Film feierte bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes Premiere und erhielt begeisterte Kritiken. Anya musste für die Rolle körperlich hart trainieren und übernahm die meisten Stunts selbst. Ihr Einsatz wurde mit Standing Ovations belohnt. Darüber hinaus ist sie das Gesicht von Dior Beauty und läuft regelmäßig über die roten Teppiche der Haute Couture Shows.
Privates und Besonderheiten
Seit dem Frühjahr 2021 ist Anya Taylor-Joy mit dem Rockmusiker Malcolm McRae liiert. Das Paar heiratete 2023 und lebt überwiegend in Los Angeles. Anya spricht fließend Spanisch und Englisch, spielt Ukulele und E-Gitarre und liebt es, in ihrer Freizeit zu lesen. Ihr Lieblingsschauspieler ist Eddie Redmayne. Sie hat eine Vorliebe für extravagante Mode und fällt auf roten Teppichen oft durch außergewöhnliche Dior-Kreationen auf. Trotz ihres Erfolgs gilt sie als bodenständig und zurückhaltend. Anya Taylor-Joy ist zweifellos eine der faszinierendsten Schauspielerinnen ihrer Generation, und ihre Karriere ist noch lange nicht am Höhepunkt angelangt.
Source: gala.de News